Der Entlebucher Sennenhund
Der Entlebucher zeichnet sich durch seine hohe Intelligenz, große Arbeitsfreude und seine Wachsamkeit aus. Gleichzeitig ist er äußerst loyal und anhänglich, braucht viel Bewegung sowie geistige Auslastung.
Kurzer Steckbrief
- Größe: ca. 42–52 cm Schulterhöhe
- Gewicht: etwa 20–30 kg
- Körperbau: kräftig, kompakt und muskulös, leicht länglich
- Fell: kurz, dicht und glänzend, ohne Unterwolle
- Farbe (typisch): dreifarbig
- Grundfarbe: schwarz
- Abzeichen: symmetrisch weiß (z. B. Brust, Pfoten, Schnauze)
- braune Markierungen über Augen, an Wangen, Brust und Beinen
- Augen: klein bis mittelgroß, dunkelbraun, lebhafter Ausdruck
- Ohren: hoch angesetzt, hängend
- Rute: natürlich lang oder als angeborene Stummelrute
Insgesamt wirkt der Entlebucher Sennenhund athletisch, aufmerksam und robust.
Woher kommt die Rasse?
Der Entlebucher Sennenhund hat seinen Ursprung im Entlebuch, einem Tal im Kanton Luzern in der Schweiz. Diese Region ist geprägt von alpiner Landschaft, steilen Wiesen und traditioneller Landwirtschaft – Bedingungen, die einen robusten und vielseitig einsetzbaren Arbeitshund erforderten. Hier wurde der Entlebucher als Treib- und Hütehund eingesetzt, um die Kuhherden sicher von den Höfen auf die Weiden und wieder zurück zu bringen.
Für diesen Job musste er ausdauernd sein, selbstständig arbeiten und das anspruchsvolle Gelände meistern können. Anforderungen, die seinen charakteristischen Körperbau und sein Wesen maßgeblich geprägt haben.
Lange Zeit war die Rasse außerhalb ihrer Ursprungsregion nicht bekannt. Erst Anfang des 20. Jahrhunderts wurden die Entlebucher Sennehunde gezielt erfasst und gezüchtet. Heute gilt der Entlebucher als der kleinste Vertreter der Sennehunde.
Für wen sind Entlebucher die richtigen Begleiter?
Der Entlebucher Sennenhund bringt durch seine ursprüngliche Verwendung als Arbeitshund von Natur aus unglaublich viel Energie, Ausdauer und auch eine gewisse Eigenständigkeit mit. Für uns bedeutet das vor allem eins: Er ist der perfekte Begleiter für ein aktives Leben. Unsere Hündin Trudi ist bei fast allem dabei – sie läuft am Pferd mit, begleitet uns am Fahrrad, ist beim Joggen voller Begeisterung dabei und liebt ausgedehnte Wanderungen. Dabei merkt man schnell: Egal wie fit man sich selbst fühlt – ein Entlebucher hat meistens noch ein bisschen mehr Energie übrig.
Was diese Hunde aber besonders macht, ist ihre enge Bindung. Entlebucher sind sehr menschenbezogen und bauen eine starke Beziehung zu „ihren“ Menschen auf. Im Alltag erleben wir unsere Hündin als anhänglich, verspielt und unglaublich loyal – sie ist eigentlich immer in unserer Nähe und möchte am liebsten überall dabei sein.
Gleichzeitig darf man nicht unterschätzen, dass sie auch ihren eigenen Kopf haben. Entlebucher sind selbstbewusst, wachsam und charakterstark. Sie brauchen eine klare, konsequente Führung und vor allem Menschen, die Freude daran haben, sich mit Training und Erziehung zu beschäftigen. Für erfahrene Hundehalter ist das oft genau das, was den Reiz ausmacht – aber auch engagierte Anfänger können mit der richtigen Einstellung und Bereitschaft gut mit dieser Rasse zurechtkommen.
Ein Punkt, der oft unterschätzt wird: Genauso wichtig wie die körperliche Auslastung ist es, dem Hund beizubringen, zur Ruhe zu kommen. Gerade beim Entlebucher ist das häufig die größere Herausforderung. Ein Hund, der immer nur beschäftigt wird, aber nicht gelernt hat abzuschalten, kommt schnell in einen dauerhaften Stressmodus. Deshalb gehört gezieltes Ruhetraining genauso selbstverständlich zum Alltag wie Bewegung und Beschäftigung.
Weniger passend ist ein Entlebucher für Menschen, die wenig Zeit haben oder sich einen eher ruhigen, unkomplizierten Hund wünschen. Wird er körperlich und geistig nicht ausreichend ausgelastet, sucht er sich schnell eigene Aufgaben – und die entsprechen nicht immer den Vorstellungen seiner Halter.
In den richtigen Händen ist der Entlebucher jedoch ein außergewöhnlich treuer, aufmerksamer und lebensfroher Begleiter, der eng mit seiner Familie zusammenlebt und ein fester Teil des Alltags wird.
Risiko für Erbkrankheiten in der Zucht
Der SSV setzt sich aktiv für die Transparenz und die Bekämpfung von Erbkrankheiten bei der Zucht ein. Folgend aufgelistet sind die Erbkrankheiten, die bei den Entlebuchern im Fokus stehen und kurze Erläuterungen zu deren Auswirkungen.
PRA - Progressive Retinaatrophie (führt zum erblinden)
Bei den Entlebucher Sennehunden gibt es eine rezessiv vererbte Augenkrankheit, PRA (=Progressive Retinatrophie). Rezessiv heißt, ein Hund kann frei von dieser Erbkrankheit sein, er kann Träger dieser Krankheit sein (also hat keine Symptome, und wird auch nicht daran erkranken) oder er bildet die Krankheit aus und erblindet früher oder später. Mit einem Gen-Test vor der Zuchtzulassung lässt sich einfach und 100% sicher diese Krankheit für die Welpen ausschließen. Seit dieser Gentest etabliert wurde, ist kein Hund aus SSV Zucht an dieser Krankheit erblindet.
eU - ektopischer Ureter (kann zu Nierenversagen oder Inkontinenz führen)
Eine beim Entlebucher häufiger vorkommende Variante des Harnleiters (Ektopischer Ureter). Hier wird seit Jahren durch die Zucht auf eine normale Harnleiterstellung durch eine vorgeschriebene Ultraschalluntersuchung züchterisch Einfluss genommen.
Goniodysplasie (Augenerkrankung)
Goniodysplasie ist eine angeborene Augenkrankheit, die durch eine abnormale Entwicklung des Kammerwinkels im Auge gekennzeichnet ist. Diese Fehlbildung kann den Abfluss des Kammerwassers behindern und zu einem erhöhten Augeninnendruck führen, was das Risiko für die Entwicklung eines Glaukoms erhöht. Durch eine spezielle Untersuchung von einen dafür speziell qualifizierten Tieraugenarzt kann man das Risiko dieser Krankheit minimieren.
HD - Hüftgelenksdysplasie (führt zu Gangschwierigkeiten)
Auch bei der Hüfte der Hunde kann man durch eine Klassifizierung nach einer Röntgenuntersuchung Einfluß auf die Gesundheit nehmen. Über lange Zeiträume läßt sich so eine erhebliche Verbesserung der Hüfte erreichen. Aber dazu muss man Ergebnisse sammeln, die Hüften klassifizieren und Hunde gezielt verpaaren.
